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0_1Das Universale Haus der Gerechtigkeit0_231. Dezember 20250_3An die Konferenz der Kontinentalen Beraterämter0_4Innig geliebte Freunde,1die erste Phase des Neunjahresplans hat ein Licht auf die beachtlichen Stärken der Bahá’í-Gemeinde geworfen. Die beispiellose Energie und Entschlossenheit, mit der der Plan bei über 10.000 Versammlungen von Bahá’í und interessierten Freunden in Gang gesetzt wurde, schuf schnell ein Bewusstsein für seine Ziele und seinen besonderen Charakter. Unverzügliches Handeln folgte. Wir gehen davon aus, dass bis Riḍván in etwa der Hälfte der 160 Länder und Regionen, in denen zu Beginn des Plans noch gar kein solcher Cluster existierte, jeweils ein Cluster den dritten Meilenstein überschritten haben wird – eine äußerst bemerkenswerte Errungenschaft. Daraus wurden wertvolle Erfahrungen gewonnen, nicht zuletzt durch den hingebungsvollen Einsatz einer beeindruckenden Anzahl einzelner Freunde, die sich im Rahmen einer koordinierten Strategie des Pionierens erhoben haben. Gleichzeitig wird in allen Ländern besonderes Augenmerk auf Cluster gerichtet, die den dritten Meilenstein überschritten haben; hierdurch werden die Horizonte des Lernens erheblich erweitert und die gesellschaftsbildende Kraft des Glaubens tritt deutlicher zutage. Viele dieser Cluster dienen als Reservoirs an Wissen und Ressourcen für die sie umgebenden Cluster, und das erweist sich überall als entscheidend für den Wachstumsprozess. Tatsächlich erfordert die rasche Bewegung der Cluster über den ersten, zweiten und dritten Meilenstein hinaus, dass dieses Muster gestärkt und weithin übernommen wird. Denn so sehr uns die erzielten Fortschritte auch erfreuen – es liegt auf der Hand, dass noch eine gewaltige Aufgabe bevorsteht, wenn jede nationale Bahá’í-Gemeinde die Ziele bezüglich der Bewegung der Cluster erreichen will, die sie sich zu Beginn des Plans selbst gesetzt hat. Es ist dringend notwendig, die Fähigkeiten weitreichender zu entwickeln, die zur Intensivierung eines Wachstumsprogramms erforderlich sind. Hauptbezugspunkt für diese Arbeit – und für die gesamte Arbeit des Neunjahresplans – bleibt natürlich unsere Botschaft vom 30. Dezember 2021, doch möchten wir auf diesen wenigen Seiten einige Erkenntnisse vorstellen, die sich aus den Bemühungen von Gemeinden, Institutionen und Einzelnen in Umsetzung des Plans ergeben haben.1_5*2In Clustern, Nachbarschaften und Dörfern, in denen, unabhängig von ihrem Ausgangspunkt, bemerkenswerte Fortschritte erzielt wurden, ist ein wesentlicher Faktor die Fähigkeit der Freunde an der Basis, gemeinsam zu lernen, indem sie Erkenntnisse aus ihren eigenen Erfahrungen mit denen fortgeschrittener Gemeinden aus der näheren oder weiteren Umgebung kombinieren, ohne dabei nach einer starren Formel vorzugehen. Wenn auch die grundlegenden Merkmale eines Wachstumsprogramms – sein Ziel, seine leitenden Prinzipien und seine grundlegenden Instrumente – überall gleich sind, ist Wachstum doch immer ein organischer und kein mechanischer Prozess. In einem solchen Prozess hängt der Fortschritt an jedem Punkt davon ab, jederzeit ein klares Verständnis der Prioritäten, die einen Ort betreffen, zu bewahren und – wie wir in unserer Botschaft an Ihre Konferenz 2021 betont haben – die sich weiterentwickelnden Realitäten richtig zu lesen sowie Herangehensweisen zu wählen, die an die örtlichen Gegebenheiten angepasst sind. 3Der dritte Meilenstein ist ein Gradmesser auf einer Reise, deren Anfänge gut verstanden sind. Sobald er überschritten ist, lassen sich wichtige Gemeinsamkeiten zwischen den Clustern erkennen, in denen der Fortschritt konsolidiert wurde. Die Programme des Instituts werden von einem relativ großen und sich erweiternden Pool an menschlichen Ressourcen getragen. Anstrengungen werden dahingehend unternommen, mehr Nachbarschaften und Dörfer zu befähigen, intensive Aktivitäten aufrechtzuerhalten. Es gibt die Kapazität, Menschen in großer Zahl aufzunehmen und die zunehmende Komplexität mithilfe formeller und informeller Vorkehrungen zu handhaben. Entscheidend ist, dass in diesen Clustern konsequent darauf geachtet wird, effektive Zyklen aufrechtzuerhalten, so dass ein regelmäßiger Rhythmus von Studieren, Beraten, Handeln und Reflektieren entsteht, durch den die Gemeinde ihre Fähigkeit verbessert, zu wachsen und zur Weiterentwicklung der Gesellschaft, der sie angehört, beizutragen. Diese Zyklen umfassen Phasen besonderer Intensität – jede von ihnen ein Energieschub, der das Engagement eines größtmöglichen Kreises an Freunden vorantreibt. Gemeinschaftsprojekte wie Familienfestivals, Juniorjugendcamps, Dienstprojekte, künstlerische Aktivitäten und kollektive Lehrprojekte entwickeln sich in ihrem eigenen Rhythmus. Reflexionsräume bringen viele Freunde zusammen, und die Nutzung solcher Räume ist durchdacht und wohlerwogen – man ist sich der Tatsache bewusst, dass Qualität und Nutzen der Reflexion an dem daraus erwachsenden zielgerichteten Handeln zu messen sind. Von diesen Clustern fließen Ressourcen zu den umliegenden Clustern, um den dortigen Freunden zu helfen, schnellere Fortschritte zu erzielen.4Mit besonderem Interesse haben wir beobachtet, wie in den Clustern, die den dritten Meilenstein überschritten haben, unter allen, die an den Aktivitäten beteiligt sind, zunehmend ein ausgeprägter Gemeinschaftsgeist spürbar wird, selbst wenn dieser in der breiteren Gesellschaft nicht sehr stark ist. Er äußert sich häufig als Gefühl der Zugehörigkeit und als Bewusstsein gemeinsamen Bemühens und gegenseitiger Unterstützung. Diese und andere Fortschritte auf kultureller Ebene werden in den Zentren intensiver Aktivität des Clusters besonders offenkundig – nicht nur dort, wo sich ein bedeutender Anteil der Bevölkerung an den Aktivitäten beteiligt, sondern in jeder Nachbarschaft oder jedem Dorf, in dem eine große Anzahl von Menschen von den Programmen und Aktivitäten der Gemeinde angezogen wird. Auch nimmt die Zahl unterschiedlicher Formen der Zusammenarbeit zu, die viel dazu beitragen, eine gemeinsame gesellschaftliche Identität und kollektive Bestimmung aufzubauen oder neu zu gestalten. Zu diesen Formen der Zusammenarbeit gehören die Gruppen von Familien und Haushalten, die wir 2021 erwähnt haben, sowie andere organisch entstandene Gruppen wie Frauen oder Jugendliche, Landwirte oder Pädagogen und Animatoren oder Kinderklassenlehrer, oft mit einem unterstützenden Netzwerk von Freunden. Gruppen dieser Art machen sich daran, ihre eigenen Bemühungen zur Verbesserung bestimmter Aspekte des Gemeinschaftslebens zu organisieren, und sie fördern eine breitere Beteiligung an diesen Bemühungen. Mit anderen Worten: Sie tragen dazu bei, dass Wachstum und Entwicklung der Gemeinde aus sich selbst heraus fortschreiten und sich selbst erhalten, und sie tun dies ohne die Notwendigkeit neuer administrativer Strukturen. Dies ist von Bedeutung. Es zeigt die sich herausbildende Fähigkeit der Gemeinde, ein sichtbarer Protagonist des Plans zu sein. Gestützt durch das volle Vertrauen und die liebevolle Führung der Institutionen steuert die Gemeinde mit Kreativität und Einfallsreichtum den Kurs ihrer eigenen Entwicklung und erforscht, wie die Prinzipien der Offenbarung Bahá’u’lláhs auf die Probleme angewandt werden können, mit denen sie in ihrer unmittelbaren Realität konfrontiert ist.5Es überrascht nicht, dass die gemeinschaftsbasierten Initiativen, die wir Ihnen 2021 vorgestellt haben, oft aus den oben erwähnten Formen der Zusammenarbeit hervorgehen. Diese bescheidenen, aber nachhaltigen Initiativen sozialen Handelns stellen einen Bereich von Bemühungen dar, der natürlich von Anfang an in einem Wachstumsprogramms implizit enthalten war; schon in den ersten Institutskursen werden Fähigkeiten für Aktivitäten aufgebaut, die zur Verbesserung der Welt beitragen, sowie für das Führen bedeutsamer Gespräche über Themen von gesellschaftlicher Relevanz. In den letzten vier Jahren hat die Zahl der gemeinschaftsbasierten Initiativen, die aus den Aktivitäten des Plans hervorgegangen sind, erheblich zugenommen. Einige sind auch das Ergebnis von Ermutigung, Training und Unterstützung durch eine Bahá’í-inspirierte Organisation. All diese Initiativen entstehen eher an Orten, an denen der Prozess der Gemeinschaftsbildung bereits weit fortgeschritten ist, und wir schätzen die Unterstützung, die Sie und Ihre Hilfsämter sowie Örtliche Geistige Räte solchen Initiativen zukommen lassen. Die Bedingungen, unter denen diese Initiativen in diversen Umfeldern weltweit entstehen und gedeihen können, werden von der Bahá’í International Development Organization aktiv untersucht, einschließlich der Frage, wie sich einige dieser Initiativen mit der Zeit zu gemeindebasierten Organisationen entwickeln.6Im Herzen des Fortschritts einer Gemeinde steht natürlich der Institutsprozess. Solange die Kapazität, in einem Cluster mit Menschen in großer Zahl zu arbeiten, sich noch im Aufbau befindet, ist es nur natürlich, dass sich die Bemühungen des Instituts fast ausschließlich auf die Heranbildung menschlicher Ressourcen konzentrieren, die bestimmte Aufgaben des Dienstes erfüllen können. Mit der Zeit jedoch, nachdem der dritte Meilenstein überschritten wurde und einzelne Zentren intensiver Aktivität an Stärke gewonnen haben, wird sich das Institut auch eingehender mit der systematischen und effektiven Vermittlung seiner Programme vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter sowie der Verbreitung dieser Programme in anderen Teilen des Clusters befassen. Es werden Kinderklassen für alle Jahrgangsstufen eingeführt, die Anzahl der von Juniorjugendgruppen studierten Texte nimmt zu, und die Teilnahme an beiden Programmen wird von Jahr zu Jahr aufrechterhalten, was diesen Unternehmungen einen höheren Grad an Formalisierung verleiht. Oftmals stützen sich diese Fortschritte auf die Dienste einer wachsenden Zahl Jugendlicher. Die Bemühungen des Instituts werden nach und nach durch zusätzliche Bildungsinitiativen zur Förderung der Bevölkerung ergänzt, wie z.B. Programme, die Bahá’í-inspirierte Materialien verwenden, sowie Kurse, die in der breiteren Gesellschaft angeboten werden, oder mancherorts sogar eine Gemeinschaftsschule. In unserer Botschaft vom 30. Dezember 2021 haben wir die Hoffnung geäußert, dass die Aufmerksamkeit darauf gerichtet werde, den Zugang junger Menschen zu Bildungsmöglichkeiten zu fördern, und wir freuen uns, dass diesem Bedarf auf vielfältige Weise Rechnung getragen wird, unter anderem durch Nachhilfeunterricht und Unterstützung der Jugendlichen, die höhere Bildung anstreben. Während ein breiter Bildungsweg beginnt Form anzunehmen, fühlt sich eine Gemeinde stärker verpflichtet, jedes ihrer Mitglieder, insbesondere die jungen Menschen, zu motivieren und zu ermutigen, diesem Weg im Streben nach geistigem und intellektuellem Wachstum weiterhin zu folgen.7Wir haben gesehen, wie nutzbringend es sich auswirkt, in der breiteren Gesellschaft das Bewusstsein für den Bildungswert der Programme des Instituts zu heben. Dazu gehören Bemühungen, die Eltern und Verwandten von Kindern und Juniorjugendlichen sowie Amtspersonen und Pädagogen in Führungspositionen, mit denen Bahá’í zusammenarbeiten, zu erreichen. Solche Bemühungen führen zu einer breiteren gesellschaftlichen Unterstützung der Aktivitäten des Instituts, einschließlich seitens öffentlicher Einrichtungen und Behörden sowie traditioneller Führer. In Clustern, in denen die Bemühungen der Bahá’í-Gemeinde ein hohes Maß an Sichtbarkeit und Anerkennung erreicht haben, ist es tatsächlich nicht ungewöhnlich, dass sich führende Persönlichkeiten aus der örtlichen Regierung, dem öffentlichen Dienst und der Zivilgesellschaft für Rat und Zusammenarbeit an sie wenden. Die Gläubigen und die sie vertretenden Örtlichen Geistigen Räte sind offen für die Zusammenarbeit mit den Institutionen der Gesellschaft und begrüßen solche Kontakte, wobei sie jedoch wachsam bleiben, sich nicht in Politisches verstricken zu lassen. Gelegentlich haben wir gesehen, wie sich die Beziehung der Freunde zu den Verwaltungsorganen vor Ort über die reine Zusammenarbeit hinaus zu einem Gefühl der gemeinsamen Mission entwickelt hat, die sich auf den Fortschritt der Gesellschaft konzentriert – eine Bevölkerung, die geeint voranschreitet. An immer mehr Orten betrachtet der Großteil der Einwohner den Örtlichen Rat zunehmend auch als ihren eigenen und erkennt das Licht, das von ihm ausgeht.8Im Jahr 2021 haben wir die Möglichkeiten beleuchtet, die sich eröffnen, wenn Bahá’í-Aktivitäten an einer Stelle weite Verbreitung gewinnen; und obwohl die Anzahl der Kontexte, auf die dies zutrifft, noch relativ bescheiden ist, handelt es sich doch um ein stetig wachsendes Phänomen. Dabei geht es um bestimmte Orte innerhalb eines Clusters, an denen die gesellschaftsbildende Kraft des Glaubens am deutlichsten sichtbar wird. Hier werden die Arbeits- und Wirkungsweisen des Plans zum festen Bestandteil des Lebensalltags der Menschen – eine Entwicklung, die sich nicht ohne Weiteres in ihrer Gesamtheit messen oder beschreiben lässt. In ihren gemeinsamen Bemühungen und Überlegungen beschäftigen sich die Freunde an solchen Orten zunehmend damit, Räume zu gestalten, in denen Menschen miteinander beraten, Erkenntnisse aus Wissenschaft und Religion austauschen und Wege finden, dieses Wissen anzuwenden auf die Entwicklung der Familie, auf Bildung, Wirtschaft, Gesundheitswesen und andere grundlegende Prozesse des Gemeinschaftslebens, und diesen einen neuen Geist einzuhauchen. Angesichts der weitreichenden Auswirkungen dessen, was geschieht, wird der Begriff „Wachstumsprogramm“ solchen Entwicklungen nicht mehr ganz gerecht. Auch wenn sich das Wachstum in anderen Teilen des Clusters möglicherweise noch in einem frühen Stadium befindet, zeichnet sich hier, wo die Beteiligung an Bahá’í-Aktivitäten so hoch ist, eine neue Wirklichkeit ab, da sich die Beziehung der Bahá’í-Gemeinde zur Gesellschaft weiterentwickelt. Strahlende Horizonte laden ein.8_6*9In der Welt der Natur schaffen Kombinationen und Verbindungen Dynamik und neues Leben; ebenso entsteht ein blühender Lernprozess aus unzähligen formellen und informellen Interaktionen und ihren zutage tretenden Merkmalen. Dieser Prozess ist gekennzeichnet durch einen frei fließenden, ununterbrochenen Austausch von Erkenntnissen, Erfahrungen und Ideen unter den Freunden an der Basis. Doch das ist noch nicht alles – er entfaltet sich weiter auf regionaler und nationaler Ebene sowie darüber hinaus, und durch die dynamischen Diskussionen in Räumen, die für die Reflexion über das Handeln geschaffen wurden, wird das Lernen auf jeder Ebene weiter gefördert. Diese Diskussionen stützen sich auf Erkenntnisse, die aus den Bemühungen der weltweiten Bahá’í-Gemeinde im Rahmen des Plans gewonnen wurden, sowie auf Schlussfolgerungen aus der Analyse der auf örtlicher Ebene hervortretenden Muster. Natürlich werden diese Diskussionen auch von den Institutionen und Agenturen geprägt, die auf jeder Ebene dienen. Denn obwohl die Einzelnen, die Gemeinden und die Institutionen alle einen Beitrag zu leisten haben, sind es letztlich die Institutionen des Glaubens, die für die Förderung und Pflege dieses gesamten Ökosystems des Lernens verantwortlich sind. Ein wesentliches Erfordernis ist sicherzustellen, dass angemessene Vorkehrungen bestehen, sowohl institutioneller als auch weniger formeller Art, damit es gedeihen kann, und dass alle am Lernprozess Beteiligten durch liebevolle Beziehungen verbunden sind, durchdrungen von einem Geist der Demut und Großherzigkeit.10Die Fähigkeit von Institutionen und Agenturen, einen Lernprozess zu fördern, hängt eng mit ihrer Fähigkeit zusammen, die Arbeit effektiv und effizient zu gestalten. In dem Maße, wie sich die verschiedenen Handlungsstränge an einem Ort vervielfachen und miteinander interagieren, sind Örtliche Geistige Räte zunehmend imstande, den Bedarf an Koordination und Planung zu erfüllen. Die Geistigen Räte teilen diese Verantwortung oft mit Cluster-Agenturen, und gemeinsam sorgen sie dafür, dass Rat, Ressourcen und Ermutigung dorthin gelenkt werden, wo sie am dringendsten benötigt werden, und dass der Lernprozess weiter voranschreitet. Insbesondere die Cluster-Agenturen sorgen dafür, dass die Lernerfahrungen, die an einem Ort – oder sogar in einem kleinen Teil davon – gewonnen wurden, dem Rest des Clusters zugutekommen. Die Herangehensweise an den Austausch von Wissen und Erkenntnissen innerhalb eines Clusters spiegelt sich derweil auch in der Herangehensweise wider, wie Wissen und Erkenntnisse unter Clustern ausgetauscht werden. Zügig Unterstützung bereitzustellen und Erfahrungen auszutauschen ist durch die Entwicklung von Vorkehrungen innerhalb von Gruppen benachbarter Cluster möglich geworden. Da nun in jedem Land Regionalräte oder ein Nationaler Wachstumsausschuss eingerichtet wurden, sind überall die institutionellen Voraussetzungen gegeben, um den Wachstumsprozess systematisch voranzubringen. Und auf nationaler Ebene entwickeln Nationale Geistige Räte, wenn das Ausmaß der Geschehnisse es erfordert, bestimmte Strukturen und Räume, um in Bezug auf das Gelernte auf dem Laufenden zu bleiben. Natürlich wäre ein neues Element nur dann einzuführen, wenn die Bedarfe des Wachstums es verlangen; dennoch vertrauen wir darauf, dass Sie und Ihre Hilfsämter aufmerksam beobachten, wann bestehende Vorkehrungen auf einer Ebene der Gemeinde weiterentwickelt werden müssen, um den Anforderungen des Wachstums gerecht zu werden, und dass Sie dann in Ihrem Zusammenwirken mit den zuständigen Institutionen dazu ermutigen, dass sich neue Vorkehrungen in geeigneter Form herausbilden.11Wir haben auch festgestellt, wie sich die administrativen Vorkehrungen, die die Arbeit des Trainingsinstituts unterstützen, auf eine Weise entwickeln, die einen Prozess des Lernens darüber befördern, wie die Institutsprogramme schneller verbreitet und zugleich in der erforderlichen Qualität vermittelt werden können. In der Anfangsphase sind diese Vorkehrungen recht einfach, wenn aber die Anzahl derjenigen wächst, die in einem Cluster als Tutoren, Animatoren und Kinderklassenlehrer dienen, wird es immer dringlicher, dass diese sich sinnvoll an einem kollektiven Lernprozess beteiligen. Es ist unerlässlich, dass sie in der Lage sind, miteinander in einem kontinuierlichen Gespräch zu bleiben, gemeinsam in Gruppen zu reflektieren und sich gegenseitig im Handeln zu unterstützen. Diese Interaktionsmuster entwickeln sich leichter, wenn die beteiligten Freunde effektiv von Koordinatoren und den ihnen zur Seite stehenden Mitarbeitern begleitet werden. Natürlich müssen ihrerseits die Koordinatoren in jedem Cluster herangebildet und dabei unterstützt werden, ihre Fähigkeiten mit der Zeit weiterzuentwickeln. Dies liegt in der Regel in der Verantwortung der regionalen oder nationalen Institutskoordinatoren, deren eigene Bemühungen wiederum zunehmend durch Teams von Freunden für jedes einzelne Bildungsprogramm unterstützt werden. In den letzten vier Jahren haben diese Teams viel dazu beigetragen, die regionalen und nationalen Koordinatoren bei der Organisation von Seminaren zu unterstützen, in denen die Inhalte eines Programms vertieft werden, so dass die Materialien des Instituts immer mehr Menschen mit immer größerer Kreativität, Flexibilität und Agilität vermittelt werden können – ohne jedoch die Kernelemente eines Programms zu beeinträchtigen.12Unterdessen werden die aus dem Lernen des Instituts erwachsenden Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt, analysiert und geteilt. Diese Arbeit profitiert in hohem Maße von den vom Institut regelmäßig einberufenen Beratungstreffen, die Hilfsamtsmitglieder, Vertreter des jeweiligen Regionalrats bzw. des Nationalen Wachstumsausschusses und Ressource-Personen der Learning Site zusammenführen sowie andere, deren Erfahrungen zu einer großen Bereicherung geworden sind. Die Treffen dieser zusammenarbeitenden Gruppe helfen, die Verbindungen des Instituts mit anderen Institutionen und Agenturen zu stärken und dabei sicherzustellen, dass sich sein Lernprozess im größeren Kontext des Lernens über den Wachstumsprozess insgesamt entfaltet. Das Institutsboard fördert auch die Stärkung aller anderen Aspekte des Instituts, einschließlich seiner administrativen Kapazität, damit es ein immer komplexer werdendes System der geistigen Bildung aufrechterhalten kann. Fast alle Institute sind inzwischen in Gruppen vernetzt, um das Fließen praktischer Unterstützung wie auch wertvoller Erkenntnisse zu fördern; die Entwicklung dieser Netzwerke hat sich als wichtige Strategie für das rasche Vorankommen der Institute erwiesen. 12_7*13Es freut uns immer wieder, die in unserer Botschaft an ihre Konferenz 2021 beschriebenen entflammten Seelen zu sehen, wie sie sich in Cluster um Cluster und in steigender Zahl der Umsetzung des Plans widmen, aus tiefstem Herzen, voll Ergebenheit und – das ist entscheidend – voller Hingabe an den Lernprozess. Dies ist das sicherste Fundament für den Fortschritt, der in der zweiten Phase des Plans erzielt werden muss.14Die Prozesse, die sich im Plan entfalten, haben natürlich eine tiefgreifende, verwandelnde Wirkung auf den Einzelnen. So beobachten wir, wie dienstbereite Freunde lernen, ihre Bestrebungen stärker mit dem Willen Gottes in Einklang zu bringen. Indem sie sich am Handlungsrahmen des Plans beteiligen, entdecken Menschen Wege, das Leben in allen seinen Facetten zu verbessern – für sich selbst, ihre Kinder, ihr familiäres Umfeld und für ihre Gemeinde. So haben sie nun ein gesteigertes geistiges Bewusstsein, das zu einem Leben voller Sinn und Bedeutung führt, einem Leben, das der Entwicklung ihrer von Gott verliehenen Potenziale und der Arbeit für den Wandel der Gesellschaft gewidmet ist. Sie anerkennen den Wert von Wissen, um Fortschritt voranzutreiben, engagieren sich dafür, solches Wissen zu generieren und teilen es freigebig und demütig. Lernen ist für sie eine Geisteshaltung, eine Orientierung in allem, was sie tun. In jedem Gesicht sehen sie einen Menschen, der wie sie auf der Suche nach der Wahrheit ist. Sie widmen sich ganz und gar dem geistigen, intellektuellen und materiellen Fortschritt einer Bevölkerung. Sie lassen sich nicht vom Kurs abbringen durch die unablässigen Ablenkungen der Welt. Fest und sicher schreiten sie voran, mit Geduld und Ausdauer, unerschütterlich bereit zu langfristigem Bemühen. Und gemeinsam mit vielen anderen bauen sie Zufluchtsorte des Friedens.15Es hat sich immer wieder gezeigt, dass Menschen, wenn sie sich der Bedeutung eines weitreichenden Handlungsmusters in ihrem Umfeld stärker bewusst werden, bereitwillig Zeit und kreative Energie einbringen, um dieses weiterzuentwickeln. Ganz allgemein helfen Gläubige ihrer Gemeinde auch, indem sie zum Fonds beitragen und andere materielle Ressourcen zur Verfügung stellen. Während alle Gläubigen Beiträge dieser Art leisten, ist dies für einige wohlhabende Gläubige eine Möglichkeit, den Plan voranzubringen, die zu nutzen sie in einer besonders guten Lage sind. Welche Form der Dienst eines Menschen auch annehmen mag, sie erwächst aus dem unverwechselbaren Zusammenspiel zwischen den Bedürfnissen des Glaubens einerseits und andererseits den Möglichkeiten, die sich aus den Lebensumständen jedes Einzelnen ergeben, sowie den Opfern, die er oder sie zu bringen wählt. 16Und die Gläubigen wissen zunehmend das Privileg zu schätzen, eine Seele mit der Mission Bahá’u’lláhs vertraut machen zu können – und darüber hinaus einer Seele, die an den Toren des Glaubens steht, liebevoll zu helfen, über die Schwelle zu treten. 2021 haben wir die Aufmerksamkeit auf diesen unendlich kostbaren Moment einer geistigen Reise gelenkt. Wir haben mit Interesse festgestellt, dass die Freunde seither an vielen Orten besondere Aufmerksamkeit darauf richten, wie man erkennt, wann die Stadt des Herzens offensteht, und auf die Gespräche, die zu diesem Moment führen und auf diesen folgen. In dieser Hinsicht gibt es noch viel zu lernen, sowohl darüber, wie man in verschiedenen Situationen Empfänglichkeit wahrnehmen kann, als auch darüber, wie man erkennt, wann diese bereits zu Glauben herangereift ist.17Wenn man auf sein Leben zurückblickt, gibt es keine größere Freude und keinen größeren Trost als zu wissen, dass man es in hohem Bewusstsein des göttlichen Heilmittels verbracht hat, dass man keine Mühen gescheut hat, dieses Heilmittel empfänglichen Seelen anzubieten, und dass man in diesen flüchtigen Jahren, wann immer sich die Gelegenheit bot – selbst inmitten von Schwierigkeiten –, jede Chance genutzt hat, auf die dringenden Nöte der Menschheit zu antworten. Mit Inbrunst und Sehnsucht bitten wir Bahá’u’lláh jedes Mal, wenn wir uns an Seiner Schwelle einfinden, flehentlich um den Erfolg aller Freunde. 17_8[gezeichnet: Das Universale Haus der Gerechtigkeit]
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